Nach einer in jeder Hinsicht erfolgreichen Generalversammlung unseres grandios-gloriosen SV 21 Bonenburg, deren Höhepunkte die Ehrungen der langjährigen verdienten Mitglieder Wolfgang Seewald und Karl Rohde sowie die Wiederwahl unseres ersten Vorsitzenden Florian Beckmann waren, der nun weitere drei Jahre die Geschicke der Legende vom Fuß der Egge führen darf, rief uns am Sonntagnachmittag das fußballerische Tagesgeschäft.

II. Mannschaft

Unsere zweite Mannschaft war in Rösebeck zu Gast, während unsere Erste zum SuS Gehrden/Altenheerse reisen musste.
Leider spielte die Zweite erst um 14.00 Uhr, so dass sich eine Anreise nur zu einer Halbzeit der Partie in Rösebeck nicht lohnte. Wie die Augenzeugen zu berichten wussten, habe ich auch nicht ganz so viel verpasst.

Anpfiff

Der gastgebende SuS Rösebeck hatte in der ersten Halbzeit das Spiel im Griff und verfügte über allerlei Chancen, die sie aber allesamt mehr oder weniger kläglich vergurkten. Unsere Mannschaft hingegen war auf Schadensbegrenzung bedacht, was dahingehend gelang, dass es zur Halbzeit beim torlosen Unentschieden blieb. Das Bonenburger Tor, durch Maik Hartmann gehütet, blieb für Rösebeck bis zur Pause unerforschtes Neuland.

Halbzeit

In der Halbzeit musste Jochen Jochheim verletzt zum Platz, er hatte sich eine klaffende Platzwunde an der Lippe zugezogen, die im Krankenhaus versorgt und genäht werden musste. Glücklicher Weise konnte er nach ambulanter Versorgung das Klinikum wieder verlassen. Kurz nach dem Seitenwechsel verließ auch Daniel Berendes den Platz, von ihm sollte in Gehrden noch zu reden sein.
Auch im zweiten Durchgang war Rösebeck die tonangebende Mannschaft, das Bonenburger Bollwerk hielt im zweiten Durchgang immerhin noch zwei Minuten, dann erzielte Rösebeck das 1-0 mittels eines Sonntagsschusses aus etwa 20 Metern in den Winkel. Das gab den Hausherren Auftrieb, aber Maik im Tor hielt, was zu halten war. Er war der beste Bonenburger Akteur an diesem Nachmittag. Er krönte seine Leistung, indem er nach rund 70 Minuten einen Foulelfmeter parieren konnte, als Erik-Johan Brede (am Abend zuvor zum frischgebackenen zweiten Platzkassieren gekürt) einen im Strafraum herumstehenden Gegenspieler dafür bestrafte, dass er da herumstand.
Die Entscheidung zugunsten der Hausherren fiel in der 84. Minute, als sie das insgesamt verdiente 2-0 erzielten. Zwar hatte unsere Mannschaft bis dahin alles versucht, aber konstruktive Angriffe waren Mangelware und das Mittel der Wahl vorwiegend lange Bälle.
Dieser Spielstand hatte bis zum Schlusspfiff Bestand, was so in Ordnung ging.

Abpfiff

Meine guten Wünsche gehen an Jochen, auf dass er seine Verletzung schnellstmöglich hinter sich lassen kann.
Ich selber war wie gesagt nicht vor Ort, die dargelegten Schilderungen waren einer Stellungnahme eines Bonenburger Beteiligten zu entnehmen, die mir zugespielt wurde. Besten Dank an den Verfasser.

I.Mannschaft

Unseren alten und neuen 1. Vorsitzenden Florian Beckmann belohnte ich für seine einstimmige Wiederwahl damit, dass er mich mit nach Gehrden nehmen durfte. Und nicht nur das, er versorgte mich vorbildlich mit Wegzehrung und rechtfertigte seine Wiederwahl noch einmal nachhaltig. Wie er sich um seine Schäfchen kümmert, ist beispielhaft. Wir attackierten Gehrden aus unerwarteter Richtung (über Peckelsheim kann schließlich jeder fahren) und trafen pünktlich am Ort des Geschehens, der von mir sehr geschätzten Gehrdener Waldkampfbahn, ein. Es ist ein Spielort, der an allen Ecken und Enden den Geist der guten, alten Fußballzeit verströmt. Ich fahre immer wieder gerne dorthin.
Es herrschte herrliches Wetter, es war allerdings so herrlich, dass ich es nur bis zur Halbzeit auf den uns zugedachten Plätzen aushielt – denn dort gab man sich ungeschützt der Sonne preis.
Was mir spontan auffiel, war eine sehr überschaubare Zuschauerbeteiligung zu Beginn des Spiels. Im Laufe der Partie besserte sich dies auf beiden Seiten, blieb allerdings hinter der gleichlautenden Begegnung der letzten Saison zurück. Es mögen so 80 Zuschauer am Platz gewesen sein, etwa 25 davon aus Bonenburg.

Anpfiff

Der Anpfiff durch Thorsten Echterling erfolgte mit leichter Verspätung, die Akteure beider Mannschaften ließen sich etwas Zeit, bis sie den Platz betraten. Von herausragender Schönheit einmal mehr unsere Spieler, die einfach jedem Rasen dieser Fußballwelt einen zusätzlichen Glanz verleihen.
Das Tor hütete an diesem Nachmittag Lutz Müller, der nach langer Verletzungspause zwischen die Pfosten zurückkehrte. Auch Roland Seewald stand wieder in der Startelf. Bernhard Schwiddessen, der bei der zweiten Mannschaft schmerzlich vermisst wurde, spielte ebenfalls von Beginn an. Mit Noah Wagemann spielte zudem einer unserer Youngster, ein weiterer lauerte in Person von Kevin Hibbeln auf der Bank.
Die erste Hälfte begann mehr als verhalten, unsere Mannschaft wartete erstmal ab und lauerte auf Konter. Der SuS Gehrden/Altenheerse war um Spielaufbau bemüht, wirklich nennenswerte Torgefahr beschworen sie aber nicht herauf. Bonenburger Gegenstöße, unter anderem von Daniel Schäfers, Kapitän Lars Hoppe oder dem gewohnt emsigen Daniel Wulf vorgetragen, verliefen aber im Sand, verfehlten ihr Ziel allesamt deutlich.
Während ich da in der prallen Sonne so in meinem eigenen Saft schmorte und meine Gesichtsfarbe allmählich in ein kräftiges Karmesinrot umzukippen drohte, kam die 26. Minute. Tatort: Bonenburger Strafraum. Ein Bonenburger Verteidiger verteidigt. Ein Gegenspieler steht dabei, dreht sich ein, fällt hin. Ich bekam eine Lachattacke angesichts des gespielten Zitats aus Goethes „Der Fischer“: „Halb zog es ihn, halb sank er hin“. Eigentlich sank er nur hin. In mein Lachen ertönte ein Pfiff. Mein Lachen erstarb und wich grenzenlosem Entsetzen – dafür gab es tatsächlich einen Strafstoß. Ich hätte eigentlich wieder lachen müssen angesichts dieses schlechten Witzes – doch dies blieb mir im Halse stecken. Der gegnerische Akteur bekommt dafür vor dem Rückspiel die eingedrehte Kohlroulade in Gold von mir überreicht. Die heftigen Proteste unserer versammelten Hintermannschaft sowie derjenigen Fans, die es bis hierher in der Sonne ausgehalten hatten, nutzten nichts. Der Schiedsrichter blieb bei seiner Entscheidung. Bleiben sie ja eigentlich immer…
Gehrden sagte artig „Danke“ für dieses Geschenk und sie nahmen es ohne Zögern an. Der Schütze verwandelte sicher zum 1-0 für die Hausherren, Lutz hatte keine Abwehrchance (27.). Auch ich bedankte mich artig beim Unparteiischen. Macht man so in der Gehobenen Gastronomie. Verdammt, schon wieder liefen wir also einem Rückstand hinterher.
Bis zur Pause passierte nichts Nennenswertes mehr, Gehrden hielt unseren bis dahin recht zahnlosen Angriff ohne große Mühe auf Distanz und schaukelte die knappe Führung in die Pause. Viel Nachspielzeit brauchte der Unparteiische, der bis auf den fatalen Fehlpfiff vor dem 1-0 mit der fairen Partie nicht viel Mühe hatte, nicht und so blieb es bei eben diesem Zwischenstand.

Halbzeit

Ich nutzte die Pause und wechselte den Standort, es wurde mir doch ein bisschen warm dort. Ich gesellte mich zu den übrigen Bonenburgern, die einen guten Platz rund um eine Bank auf einer leichten Anhöhe unweit des Zugangs zum Sportplatz besetzt hatten. Dieser Platz hatte zwei Vorteile: Er lag im Schatten und zudem nahe am Ausgang. Falls wir später fliehen mussten…
Ich glaubte, den „Imperial Marsh“ aus Star Wars irgendwo im Hintergrund zu vernehmen. Und siehe da, nun wusste ich auch, warum: Daniel Berendes war aus Rösebeck eingetroffen, er sollte die Gegner schon einmal alleine durch seine Präsenz einschüchtern. Schließlich hatte er in der letzten Saison per Kopf den späten Ausgleich für Bonenburg zum 3-3-Endstand erzielt.
Kurz nach der Halbzeitpause wechselte Trainer Andre Ludwig erstmals, für den an diesem Nachmittag glücklos agierenden Tobi Ricken kam Kevin Hibbeln in die Partie (47.). Darüber hinaus waren wir gespannt, was unser Coach den Jungs mit auf den Weg in die zweite Halbzeit gegeben hatte. Folgte eine Leistungssteigerung wie im letzten Spiel gegen Scherfede?
Es wirkte fast so, denn der SVB wirkte nun wesentlich aktiver, die Passivität aus dem ersten Durchgang war verschwunden. Man schnürte den Gegner nahezu in der eigenen Hälfte ein, der Druck durch die Schwarz-Weißen nahm immer mehr zu. Schon in der 55. Minute wurde unsere Mannschaft belohnt. Ein Bonenburger kam im gegnerischen Strafraum zu Fall. Der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Verhaltene Proteste der Hausherren, dieser Pfiff war wohl wesentlich unstrittiger als der auf der Gegenseite vor dem 1-0.
Wer übernahm Verantwortung? Unser Kapitän Lars Hoppe hatte in Gehrden in der vergangenen Saison noch verschossen, diesmal trat Patrick Brechtken an. Lief an…atemloses Schweigen…das Netz zappelte. DRIN! TOOOOOOOOOOOOOOOOOR für den SVB! Spürbare Erleichterung beim Bonenburger Anhang. 1-1 (56.), alles wieder drin.
In der Folge agierte weiterhin ausschließlich der SVB, kaum Entlastung auf Gehrdener Seite. Doch das Ganze ohne die ganz großen Gelegenheiten für unsere Mannschaft. Nach einer guten Stunde gab es einen Freistoß aus gut 20 Metern zentral vor dem Tor, abermals trat Patrick an, doch diesmal hatte er weniger Schussglück, der Ball trullerte in die Arme des Torhüters.
Das Spiel plätscherte so dahin, zum Ende hin kam auch Gehrden nochmal aus der Reserve und versuchte, den einen oder anderen Entlastungsangriff zu initiieren. Aber spätestens bei Lutz war Feierabend. Er strahlte an diesem Tag eine vorzügliche Ruhe aus und war ein starker Rückhalt. Wir bekamen bis hierher phasenweise Sommerfußball vom Feinsten geboten – oder um es mit den Worten des 1. Vorsitzenden zu formulieren, „das zog sich wie Kaugummi“.
So allmählich gingen die Blicke zur Uhr, man begann, sich mit einem einfachen Punktgewinn zu arrangieren. Immerhin. Nach 88 Minuten wechselte Andre zum zweiten Mal, für Florian Ernst kam Daniel Berendes ins Spiel. Unseren Brecher vorne rein, alleine seine Anwesenheit konnte dort Unruhe stiften.
Ein Wechsel mit Folgen.
Wir schreiben die Neunzigste. Angriff des SVB über die Mitte. Abschluss. Gewühl im Strafraum. Daniel mittendrin. Torwart liegt. Der Ball auch. Nämlich im Tor. Daniel drosch das verfluchte Teil einfach ins Netz. Wie gewohnt ohne Rücksicht auf Verluste. TOOOOOOOOOOOOOOR! Tor? Vehemente Proteste der Hausherren. Wir zögerten mit dem Jubel. Bruchteile von Sekunden metamorphosierten zu gefühlten Äonen. Der Schiedsrichter zeigt zur Mitte. Ja, Mann. Verdammt. Das Teil zählt. Das hieß…
TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR für den SVB – Daniel, du Teufelskerl. Gehrden dürfte dich verfluchen, uns war es egal. 2-1 für den SVB (90.).
Was folgte, war eine denkwürdige Nachspielzeit. Vier Minuten zeigte der Referee an. Die wurden lang.
Gehrden reagierte mit wütenden Attacken aus dem Mute der Verzweiflung heraus auf die Bonenburger Führung. Die Sonne stand tief, Lutz Müller blickte direkt in die Sonne. Ein Gehrdener riskierte eine Bogenlampe aus vielleicht 20 Metern. Diese wurde lang, länger, senkte sich, hätte genau gepasst – wenn Lutz nicht hellwach die Kugel über den Querbalken gelenkt hätte (90.+1). Die nachfolgende Ecke landete beim SVB und mündete in einem Konter über die halbrechte Seite. Daniel Wulf machte sich auf. Fand sich im direkten Duell mit dem Keeper wieder, der eine Seite des Tores aufmachte. Hier war die Kiste leer…da rein, Junge. Bittebittebitte! Doch Daniel traf den Ball nicht richtig und der Torwart fischte die Murmel weg.
Andre reagierte auf das nun äußerst hektische Geschehen auf dem Feld, nahm mit einem dritten Wechsel Zeit von der Uhr. Hendrik Hoppe ersetzte Noah Wagemann.
Noch ein letzter Angriff Gehrdens. Sie sind im Strafraum, 15 Meter vor dem Tor. Ziehen ab. Freie Schussbahn. Der Ball klatscht an die Querlatte und springt zurück ins Feld. Irgendein Bonenburger haut das Ding raus.
Mein dritter Herzinfarkt in diesem Spiel. Ich altere bei jeder Partie dieser Mannschaft um ein Jahr.
Blick zum Schiedsrichter. Ball im Niemandsland. Er schaut auf die Uhr. Nimmt die Pfeife zum Mund. Und pfeift…
JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! Aus, Aus, Aus…Das Spiel war aus.

Abpfiff

Jubel, Erleichterung, Umarmungen im Gästeblock, die Mannschaft riss die Arme hoch. Nach einer deutlichen Steigerung drehte unsere Mannschaft das Spiel und entführte mit einem hart erkämpften, vielleicht auch „dreckigen“ 2-1 die drei Punkte aus Gehrden.
Um den Siegtorschützen bildete sich direkt eine Traube seiner Mitspieler, und ich mittendrin, auch ich wollte Daniel natürlich gratulieren. Seine ersten Worte: „Irgendwann hängen die mich hier auf!“. Bitte nicht, wir brauchen dich noch…unsere Mannschaft war nach dem Kraftakt in der zweiten Hälfte fix und fertig, aber das Glück über die wichtigen drei Punkte stand jedem einzelnen ins Gesicht geschrieben. Auch der Trainer freute sich sichtlich über seinen ersten Ligasieg. Jetzt weiß er endgültig, auf was er sich bei diesem Verein eingelassen hat.
Beim SuS Gehrden/Altenheerse bedanke ich mich für den wie immer freundlichen Empfang und die herzliche Bewirtung. Unabhängig vom Ergebnis fühle ich mich dort immer wieder sehr wohl und wir sehen uns dort hoffentlich bald wieder.
Nun klinke ich mich für zwei Wochen aus, denn ab morgen befinde ich mich in einem Kurzurlaub und am Sonntag darauf bin ich auf einer Festivität eingeladen. Aber ich werde sicherlich wie immer über alle Geschehnisse auf den Plätzen informiert.
Danke Jungs für einen einmal mehr denkwürdigen Sonntag.
Leider geil!
Nur der SVB! 🖤🖤🖤🤍🤍🤍🖤🖤🖤