Werner spricht: “Nichts Halbes und nichts Ganzes!” Heimspiel gegen SV Kollerbeck

Die Schlussphase der Spielzeiten in der A- und C-Liga ist nun eingeläutet und die beiden Seniorenmannschaften unseres grandios-gloriosen SV 21 Bonenburg waren somit am gestrigen Sonntag erneut gefordert.

Die merkwürdige Anstoßzeit um 13.30 Uhr hatte zur Folge, dass ich das Spiel unserer zweiten Mannschaft bei SuS Rösebeck leider nicht verfolgen konnte. Wie mir die Akteure, die im Verlaufe der ersten Halbzeit des Spiels der ersten Mannschaft nach und nach am Bonenburger Sportplatz eintrafen, schilderten, lieferte unsere Zweite bei den favorisierten Gastgebern eine gute Leistung ab.

Im ersten Durchgang egalisierten zunächst Nicolas Wilmes (22., nach einem gut herausgespielten Angriff) und Kapitän Daniel Sommer (33., Traum-Freistoß aus gut 30 Metern) jeweils die Führung der Hausherren, was den Halbzeitstand von 2-2 ergab.

In der zweiten Hälfte zogen dann die Rösebecker durch einen Doppelschlag (57., 58.) auf 4-2 davon, was unsere Jungs dann nicht mehr aufzuholen vermochten. So blieb es bis zum Abpfiff bei diesem Ergebnis.

Doch sowohl Trainer, als auch Betreuer und Spieler zeigten sich mit der gezeigten Leistung zufrieden, man hatte gegen eine zuhause spielende erste Mannschaft gut mitgehalten. Weiterhin erwähnenswert ist, dass Schiedsrichter Jürgen Vogt in der anscheinend sehr fairen Partie nicht zu den Karten greifen musste – das war in der Vergangenhit in Aufeinandertreffen zwischen Rösebeck und Bonenburg nicht immer so…

Tabellarisch änderte sich durch die Ergebnisse des Wochenendes wenig, die Zweite bleibt weiterhin mit 19 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz.

Nun war unsere erste Mannschaft am Zug. Durch die Neuenheerser Niederlage am Freitag gegen Hembsen und je nachdem, wie die Konkurrenz am gestrigen Sonntag spielte, konnte eventuell der Klassenerhalt auch rechnerisch sichergestellt werden. Doch vor das Feiern hat der Fußballgott noch 90 Minuten gesetzt und das bedeutete, dass noch einmal alles in die Waagschale geworfen werden musste.

Zu Gast war der SV Kollerbeck, der sich in der Vergangenheit stets als hartnäckiger Gegner erwiesen hatte und somit war ein Heimsieg keineswegs klar, ungeachtet der Tatsache, dass es für den SVK um nichts mehr ging. Und auch dem Umstand, dass die Gäste die letzten Begegnungen teils deutlich verloren hatten, ließ keine Rückschlüsse auf ihr Auftreten in Bonenburg zu. Also war voller Einsatz seitens unserer Jungs gefordert.

Bei für Anfang Mai ziemlich frischen Temperaturen, die von gelegentlichen Regenschauern und teils böigem Wind begleitet wurden, fanden sich für Bonenburger Verhältnisse ungewohnt wenige Zuschauer ein – insgesamt waren es nach Eintreffen der Spieler unserer Zweiten vielleicht 30 Fans (mitgereiste Fans aus Kollerbeck: 0, in Worten NULL!). Hierfür war aber weniger das Wetter verantwortlich – in Bonenburg gab es gestern reichlich Veranstaltungen, vor allem wegen der Heiligen Erstkommunion, und da mussten etliche Stammzuschauer – sicherlich mit Tränen in den Augen – dem Sportplatz fernbleiben. Der eine oder andere ließ sich aber trotzdem kurz blicken. Kurz vor der Halbzeit tauchte dann jemand auf, den ich zunächst für einen Fremden hielt, nach siebenmaligem Hingucken entpuppte sich der Fremde dann aber als Daniel Berendes, den ich im feinen Zwirn gar nicht erkannt habe.

Aber zurück zum Spiel. Dieses wurde an diesem Tag geleitet von Bernd Aschhoff, der in Begleitung von zwei Nachwuchs-Assistenten (Luca Dreier und Niklas Kraft) angereist war. Somit war erstmals seit langem wieder ein komplettes Unparteiischen-Gespann in Bonenburg am Werk.

Unsere Mannschaft war leider dezimiert, das Trainergespann musste auf Daniel Schäfers und Tobi Ricken verzichten, die beide berufsbedingt fehlten. Auch die Gäste waren mit lediglich einem Ersatzspieler angereist.

Der Schiedsrichter wartete das Verlesen der Aufstellungen ab und konnte dennoch pünktlich anpfeifen. Unsere Mannschaft erwischte dabei den besseren Start, versuchte vom Beginn an, die Gäste unter Druck zu setzen. Erstmals wurde es für diese nach sieben Minuten gefährlich, als Jaspar Wagemann sich über links schön durchsetzte und frei zum Schuss kam, doch dieser geriet eher zu einer Rückgabe und der Torwart konnte den Ball problemlos aufnehmen.

In der elften Minute war es Toni Norberts, der abermals über links einen Lauf startete, einen schönen Seitenwechsel auf Kapitän Lars Hoppe initiierte und dieser flankte wiederum zurück auf Toni, dessen Kopfball ging allerdings knapp links am Tor vorbei.

Nach 14 Minuten konnten wir dann aber jubeln: Erneut hatte sich Lars über die rechte Seite durchgesetzt, schlug eine präzise Flanke auf den am langen linken Pfosten lauernden Jaspar, der den Ball an die Unterkante der Latte nagelte, von wo dieser dann glücklicherweise im Tor einschlug. 1-0 für unsere Mannschaft, das ließ sich doch ganz gut an.

In der 20. Minute hatte dann der SVB eine Super-Hyper-Mega-Chance, auf 2-0 zu erhöhen: Toni sah auf der linken Seite den frei in den Strafraum einlaufenden Lars, spielte ihm den Ball gut in den Lauf, Lars schoss – und der Ball ging – knapp rechts neben das Tor. Puuuuh, das MUSSTE doch das 2-0 sein. Weitere Schrecksekunde: Lars humpelte nach dem Schuss, es war zu befürchten, dass sich unser Kapitän bei dieser Aktion noch zu allem Überfluss verletzt hatte. Doch zum Glück konnte Lars weiter machen, spielte sogar bis zum Ende durch.

Im weiteren Spielverlauf kamen die Gäste nun besser in die Partie, nach 23 Minuten kamen sie relativ unbedrängt zum Abschluss – doch die Kugel ging knapp rechts am von Lutz Müller gehüteten Tor vorbei.

Eine gute halbe Stunde war gespielt, als Florian Ernst sich nach vorne geschlichen hatte und einfach mal aus gut 20 Metern halblinker Position einen Schuss aufs Tor wagte, doch der Ball flog über die Querlatte.

In der 36. Minute dann wieder die Gäste: Über halbrechts starteten sie einen Angriff, schlossen ab und der platzierte Schuss wäre unweit des rechten Pfostens eingeschlagen. Wenn, ja wenn da nicht Lutz gewesen wäre, der sich lang machte und den Ball abwehrte. Einer der Grün-Weißen setzte bereits zum Torjubel ein. Ich steckte ihm eine Visitenkarte der Firma Fielmann zu.

Nach 40 Minuten stand Bernhard Schwiddessen, der erneut eine tadellose Leistung im Trikot der ersten Mannschaft ablieferte, nach einer Ecke vollkommen frei am Fünfmeterraum, kam nach einem Kontakt mit einem Verteidiger, der ihn von hinten bedrängte, zu Fall, doch für einen Strafstoß reichte es nicht.

So blieb es bei der knappen 1-0-Führung zur Pause. In einer unaufgeregten Partie vor unaufgeregten Zuschauern hatte der unaufgeregte Unparteiische mit seinen unaufgeregten Assistenten auch nichts Aufregendes zu berichten, somit ging unsere Mannschaft die zweite Hälfte unverändert an.

In diesem zweiten Durchgang hatte unsere Mannschaft definitiv mehr vom Spiel, machte aber zu wenig daraus. Irgendwie wirkte die Mannschaft gehemmt, Spielfluss kam nur selten zum Vorschein. Toni lieferte sich in der zweiten Hälfte ein Privatduell mit dem Assistenten an der Linie, immer wieder wurden seine Aktionen wegen einer zumeist knappen Abseitsposition (zurecht) abgepfiffen.

Doch hin und wieder kam unsere Mannschaft zu Chancen, so nach 47 Minuten, als sich Patrick Brechtken ein Herz fasste und abzog, doch die Murmel flog rechts am Tor vorbei.

Wenig später kam Lars in der linken Strafraumhälfte nach einem Tackling zu Fall, doch der Schiedsrichter ließ weiterspielen.

In der 54. Minute (Schuss) und 58. Minute (Kopfball nach Freistoß) hatte Roland Seewald zwei Gelegenheiten, doch der Keeper der Gäste hatte damit jeweils keine Mühe. Zwischenzeitlich war unser Trainerteam bemüht, die Offensive zu beleben, brachte mit Lukas Pieperling (für Dennis Kleinert, 55.) eine zweite Spitze. Das bis dahin ungewohnt offensiv agierende Geburtstagskind Julian Meyer rückte dafür nach hinten.

Nach ziemlich genau einer Stunde waren dann die Kollerbecker in einer der wenigen echten Angriffssituationen am Bonenburger Strafraum. Es sollte wohl eine flache Quervorlage werden, was Kollerbeck da am Strafraum fabrizierte – jedenfalls stellte Ralf Haurand, der ansonsten eine fehlerfreie Partie ablieferte, unglücklich den Fuß rein und sorgte so für den schönsten Torschuss des Tages – blöderweise ins eigene Tor! 1-1 (60.). Da es bereits das dritte Eigentor im Jahr 2019 war, dürfen wir uns getrost den Titel “Eigentorfabrik” ans Revers heften. Grmpf.

Zwischenzeitlich rief Trainer Hubertus Schade die Fans auf der Gründungsmitglieder-Ehrentribüne zur Ordnung, die sich seiner Meinung nach zu kritisch äußerten und forderte positive Unterstützung ein.

Zunächst wirkte unsere Mannschaft sichtlich geschockt, es dauerte bis zur 71. Minute, dass der SVB aussichtsreich in Tornähe kam. Doch das gewaltig. Wieder Angriff über die linke Seite. Wieder quergelegt auf Jaspar. Dieser schickt einen platzierten und druckvollen Schuss aufs Tor. Doch irgendein Kollerbecker Abwehrbein verhinderte das so wichtige Führungstor. DAS – DARF – NICHT – WAHR – SEIN! Ich biss in den die Tribüne stützenden Metallpfeiler. Ich habe am Freitag einen Zahnarzttermin.

In der Folge kam der SVB zwischen der 73. und 78. Minute noch zu einigen Gelegenheiten, die aber allesamt am Tor vorbeigingen oder beim Torwart landeten. Unter anderem spielte Jaspar eine…nun ja…Rückgabe auf den kichernden Gästetorhüter, oder Patricks Schuss ging deutlich über die Querlatte. Irgendwie alles nicht Fisch, nicht Fleisch – oder eben nichts Halbes und nichts Ganzes.

So plätscherte die Partie ziemlich spannungsneutral dem Ende entgegen und so beendete der Schiedsrichter nach einer zweiminütigen Nachspielzeit die Partie, die sicherlich nicht Eingang in die Geschichtsbücher des Fußballs finden wird.

Dem Unparteiischen kann ich eine gute Leistung in einer sehr fairen Partie attestieren. Ein Extralob verdienen die beiden jungen Assistenten – ich weiß nicht, ob sie immer richtig lagen, aber sie agierten trotz ihrer jungen Jahre sehr souverän. Hoffentlich bleiben die beidem dem Fußball in der Schiedsrichtergilde erhalten.

Was fangen wir nun mit diesem 1-1 an? Mit nunmehr 30 Punkten rangieren wir unverändert auf dem elften Tabellenplatz. Der Vorsprung auf den möglicherweise noch gefährlichen drittletzten Platz, den aktuell Neuenheerse belegt, beträgt drei Spieltage vor dem Ende acht Punkte. Rechnerisch durch sind wir also noch nicht. Aber immerhin konnten wir einen weiteren Punkt Vorsprung auf die Neuenheerser herausholen. Sehen wir es also positiv.

Es fehlt definitiv nicht mehr viel, um ganz sicher zu sein. Wir können gerne auf Schützenhilfe unserer Nachbarn aus Scherfede hoffen, die am kommenden Sonntag zuhause Neuenheerse erwarten – darauf verlassen sollten wir uns aber natürlich nicht. Der als Meister und Bezirksligaaufsteiger feststehenden Mannschaft SpVgg Brakel II müssen wir halt am Sonntag etwas Zählbares abringen.

Und da geht was, denn es ist SPORTFEST! DAS Fest des Jahres steht an! Was freue ich mich!

In diesem Sinne! Nur der SVB!

Euer Werner